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Dank Corona…

Dank Corona…

„Dankbarkeit ist die Wertschätzung für das was man hat,

statt ständig daran zu denken was man nicht hat“

Corona hat unser Leben verändert, und ich befürchte langsam, dass es das auch noch weiterhin tun wird.   Wenn ich an die letzten 3 Monate denke, frag ich mich zum einen wo die Zeit geblieben ist. Klar. Es gab Tage die sich wie Kaugummi gezogen haben, weil man nicht mehr wusste was man tun sollte, aber im großen und ganzen verging die Zeit dennoch wie im Flug. Und zum anderen stelle ich mir die Frage was diese Zeit mit uns gemacht hat. Natürlich kann jeder nur aus seiner Sicht sprechen, was ihm diese besondere und merkwürdige Zeit gegeben oder genommen hat, und eventuell noch geben wird. Denn vorbei ist der ganze Wahnsinn bestimmt noch lange nicht.

Ich bin so dankbar, dass ich zumindest wieder Paare und Familien mit meiner Kamera begleiten darf. Mit Hochzeiten sieht es leider schlecht aus. Morgen darf ich eine kurze standesamtliche Trauung begleiten, die wir auch von der Stundenanzahl reduziert haben. Nächste Woche Samstag darf ich dann noch ein ganz liebes Paar ein paar Stunden begleiten, die eigentlich ganz groß in der Blumenhalle gefeiert hätten. Nun wurde die Hochzeit aufgrund von Corona verschoben. Stattdessen wird der eigentliche Tag im kleinsten Kreis zu Hause verbracht. Ganz gemütlich unter den engsten Freunden, der Familie und mir. Ja. Ich darf auch dabei sein, und ich freu mich sehr darüber,  auch diesen ganz besonderen Tag mit meiner Kamera einfangen zu dürfen.

Ein kleines Paarshooting an diesem Tag lassen wir uns auch nicht entgehen. Das ist doch ganz klar.

Das Beste aus der Situation zu machen, ist nicht wirklich einfach, wenn man einen ganz besonderem Tag mit so viel Liebe und Zeit plant und vorbereitet.  Ich bin glücklich das meine Brautpaare trotz allem so positiv gestimmt sind, und wir gemeinsam das schönste aus der Situation machen.

Nach diesem Tag habe ich dann erstmal bis August hochzeitsfreie Zeit. Ein komischer Gedanke, der mich irgendwie ständig begleitet. Was mir bleibt, ist mich auf die Hochzeiten zu freuen, die dann auch noch stattfinden werden. Das tue ich auch.  Bis dahin habe ich noch viele kleine Shootings, und drei Wochen Urlaub, die ich gemeinsam mit meiner Motte und meiner besseren Hälfte verbringen werde.  Wir haben uns nach langem hin und her gegen eine Reise ins Ausland entschieden. Auch wenn es weh tut, und mich das Fernweh schon sehr plagt. Aber uns ist die ganze Situation einfach zu unsicher und zu ungewiss.  Wir nehmen uns ein paar schöne Dinge vor, hoffen auf wunderschönes Wetter, und werden einfach intensiv Zeit miteinander verbringen. Das wird uns gut tun. Auch wenn wir durch die ganzen Ausgangsbeschränkungen der letzten Wochen schon sehr viel Zeit zusammen verbracht haben, wird die kommende wieder anders sein. Man hat ja schließlich wieder viel mehr Möglichkeiten die man machen kann. da sind die Aussichten schon angenehmer zu ertragen.

Corona hat uns gezeigt, dass gewisse Dinge nicht Selbstverständlich sind. Es gehörte einfach zur Normalität seine Liebsten mit einer dicken Umarmung zu begrüssen, sich zwischendurch auf einen Kaffee zu treffen ohne darüber nach zu denken, ob es ok ist wie man sich in der Öffentlichkeit verhält. Sein Bier in seiner Stammkneipe zu trinken, und einen ausgelassenen Abend mit seinen Freunden zu verbringen.

Nun wird es langsam zur Normalität seine Mitmenschen nur mit einem „Hallo“ zu begrüssen, ohne sich zu umarmen. Sein Bier zu Hause zu trinken, ohne den Gedanken daran zu verschwenden später noch mit seinen Kumpels oder Mädels um die Häuser zu ziehen.

Das macht mir ein wenig Angst. Aber vielleicht wird alles auch einfach nur noch viel schöner, wenn wir das alles überstanden haben.  Dennoch müssen wir uns dann wieder daran gewöhnen, dass wieder alles normal ist. Auch das wird wieder Zeit brauchen.

Ich bin allerdings immer noch fest davon überzeugt, dass der ganze Scheiss auch etwas gutes hat.

„Dank Corona…“ lautet die Überschrift meines Beitrages.

Während ich die letzten Wochen so vor mich hintrainiert habe, gab es immer wieder eine Frage die ich mir zwischendurch gestellt habe. Würde ich mein Ziel, einen Halbmarathon zu laufen auch ohne Corona so intensiv verfolgen können ? Wahrscheinlich nicht. Ich bin wirklich sehr glücklich, dass ich durch diese Zeit die Chance bekomme für mich etwas großartiges zu leisten.

Diese Zeit gibt mir nicht nur schlechtes. Natürlich. Auch ich habe meine Momente in denen ich mir wünsche wieder ein ganz normales Leben zu führen.  Ich möchte nun aber einfach mal die positiven Dinge loswerden, die mich betreffen, und die ich aus dieser Zeit die wir gerade durchmachen mit in eine noch ungewisse Zukunft nehmen möchte.

Die schlechten Dinge hören wir schließlich ständig. Auch ich habe negative Gedanken, was dieses Thema betrifft, aber ändern können wir all das eh nicht… also lasst uns doch einfach direkt positiv denken, und weiterhin das Beste aus dem neu gewonnenen Alltag machen.

 

Dank Corona….

…komm ich meinem kleinen Traum, einen Halbmarathon zu laufen ein ganzes Stück näher. Viele können nicht verstehen, dass ich dieses Ziel einen „kleinen Traum“ nenne. Ich kann es auch nicht wirklich erklären… wahrscheinlich möchte ich mir einfach auch selbst beweisen, was ich alles schaffen kann, wenn ich hart genug dafür arbeite. Mir schenken die Fortschritte, die ich beim laufen mache, einfach wirklich viel Kraft und Selbstwertgefühl. Zwar muss ich erst 36 werden um dieses Ziel wahr zu nehmen, aber das ist doch der größte Beweis dafür, dass man nie zu alt ist um seine Träume wahr werden zu lassen.  Mittlerweile frag ich mich schon was ich nach dem 04.Oktober mache. Vielleicht mach ich dann einfach weiter, und setze mir ein noch viel höheres Ziel. Zum Beispiel einen kompletten Marathon zu laufen.  Wer weiß. Aufhören zu laufen möchte ich erst wieder dann, wenn ich es nicht mehr kann… und das dauert noch.

Dank Corona..

…bin ich meiner Tochter wieder näher gekommen. Gut. Sie befindet sich zur Zeit in einer schweren Phase. Da war ich auch mal. Ich kann sie gut verstehen, und möchte ihr dieses Verständnis auch entgegen bringen. Das gelingt mir  mittlerweile sehr gut, wie ich finde.  Ich muss gestehen, dass ich große Angst vor der Zeit ohne Schule hatte. Bei mir im Kopf haben sich die schlimmsten Szenen abgespielt. Aber Sie hat mich überrascht. Ich glaube das haben wir uns gegenseitig. Überrascht. Corona hat uns viel und intensiv Zeit miteinander verbringen lassen. Die hatten wir vorher nicht.  Ich war überrascht wie gut wir diese Zeit gemeistert haben. Ohne viel Streit und ohne bitterböse Wutanfälle, die in der Pubertät ab und zu mal vorkommen. Auch meinerseits. Ich denke ich werde diese intensive Zeit vermissen, wenn sie wieder vorbei ist. Ich bin Stolz auf meine Motte wie geduldig sie mit dieser merkwürdigen Zeit umgeht.

Dank Corona…

…habe ich gemerkt wer mein Leben wirklich bereichert, und wer nicht. Das klingt im ersten Moment vielleicht sehr  hart. Aber die letzten Wochen habe ich gespürt wen ich wirklich vermisse und brauche. Das sind nicht sehr viele. Ich würde jetzt gerne das Wort „leider“ mit einbauen. Aber dann würde es mir ja Leid tun. Das tut es aber nicht. Denn die Menschen die mir fehlen, sind genau diejenigen die ich zum „glücklich sein“ brauche, und die mein Leben vollkommen Lebenswert machen. Den ein und den anderen hab ich in den letzten Tagen schon wieder gesehen. Das war so ein schönes Gefühl, dass ich es mit Worten nicht beschreiben kann. Auf die anderen freu ich mich noch. Unsere Zeit kommt auch. Ganz bald.

Dank Corona…

… hab ich ein Stück weit gelernt geduldiger zu sein. Was blieb mir denn auch übrig. Nichts. Wir alle mussten es. Und müssen es weiterhin sein. Geduldig. Ich mag es überhaupt nicht auf Dinge zu warten. Aber wir haben die Wahl. Ob wir diese Zeit sitzend, mit verschränkten Armen und wartend , oder ob wir diese Zeit mit Dingen, die uns vielleicht gut tun zu Ende bringen. Ich hab mich für die zweite Variante entschieden. Denn die erste wäre ziemlich langweilig. Ungeduld und Langeweile sind absolut keine gute Kombi.

Dank Corona…

…habe ich die große Hoffnung, dass vieles nicht mehr für Selbstverständlich gehalten wird.  Viele Dinge die wir vor Corona immer einfach so gemacht haben, gehen nun nicht mehr wie gewohnt.  Vor Corona hat man vieles auf später verschoben. Diese Dinge würde man vielleicht nun gerne Rückgängig machen oder nachholen. Nun dauert es, bis wir solche Dinge wieder einfach, so, ohne jegliche Einschränkungen machen dürfen.

Irgendwann, ist  halt irgendwann zu spät.

An dieser Weisheit ist schon wirklich etwas wahres dran.

Mittlerweile dürfen wir uns wieder mit Freunden treffen.  Viele dürfen auch wieder regelmässig arbeiten gehen. Langsam aber sicher kehrt wieder ein wenig Alltag zurück.

Ich hoffe sehr, dass er uns dieser nicht zu schnell einholt, und wir die Zeit die wir uns jetzt mit Freunden nehmen können, nicht wieder auf später verschieben. Das wäre schade. Dann hätten wir es nicht verstanden.

Wenn ihr könnt, trefft euch mit euren Liebsten, verbringt Zeit mit ihnen und vergesst dabei die Zeit. Denn diese holt uns mit Sicherheit wieder ein.

So. Ich denke das Reicht für heute…

Eins noch …

Passt weiterhin gut auf euch und eure Liebsten auf….. es gibt immer noch Menschen die zur Risikogruppe gehören.

Dank Corona…

… hab ich nämlich einen Weg gefunden mit der Trauer um meinen Papa umzugehen. Es ist gut, dass er früh genug den Weg auf die andere Seite gewagt hat.  Er wäre durch seine Leukämie einer der vielen Menschen, die zur Risikogruppe gehören gewesen. Ich bin froh, dass er in einer Zeit von uns gegangen ist, in der wir noch bei ihm sein konnten. Wir durften ihn in den Tagen zuvor noch jeden Tag besuchen. Bei ihm sein. Ihn riechen. Mit ihm weinen. Ihn fühlen. Gemeinsam um ihn weinen.

Jetzt weiss ich. Das war nicht selbstverständlich.  Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Zeit mit ihm hatte.

Das macht es mir mittlerweile leichter, mit einem Lächeln hoch zu schauen und zu sagen :

“ Paps, sei froh, dass du den ganzen Scheiss hier unten nicht mehr mit erleben musst.“

 

Danke für eure Zeit.

Eure Julia

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Willkommen auf meinem Blog.

Schön, dass ihr den Weg hier her gefunden habt.

Hier auf meinem Blog versuche ich euch ständig auf dem laufenden zu halten. Das gelingt mir nicht oft, aber ab und zu teile ich dann doch meine Gedanken mit Euch. Schreiben ist für mich manchmal eine Art der Verarbeitung meiner Gedanken die mich nicht loslassen. Dann müssen sie raus, und ihr da durch.

 

Zum größten Teil zeige ich hier jedoch meine aktuellsten Hochzeitsreportagen und Familienportraits.

 

Nun wünsche ich euch aber ganz viel Freude beim stöbern.

 

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